Horst Schroeder

Übersetzungen

1902 1903 1904 1905 1906 1907
1909 1910 1911 1912 1914 1925
1928          

1902

George Moore: Heimweh. Nation, Bd. 19, Nr. 18 (1. Februar 1902), 284-287.
Übersetzung („aus dem Manuskript“) der Erzählung „Home-Sickness“. (Erstveröffentlichung des Originals in Harper’s Weekly [16. Aug. 1902] sowie im Pall Mall Magazine [Sept. 1902]; 1903 aufgenommen in die Sammlung The Untilled Field.) (Gilcher D:Ge-1).

George Moore: Das Hochzeitskleid. Nation, Bd. 19, Nr. 29 (19. April 1902), 460-463.
Übersetzung („aus dem Manuskript“) der Erzählung „The Wedding Gown“. (Erstveröffentlichung des Originals im Juni 1902 im English Illustrated Magazine; 1903 aufgenommen in die Sammlung The Untilled Field.) (Gilcher D:Ge-2).

George Moore: Heimatliebe. VZ, Nr. 285, 21. Juni 1902.
Übersetzung („aus dem Manuskript“) der Erzählung „Love of Country“. (Erstveröffentlichung des Originals in The Weekly Freeman [Dublin] am 12.4.1902.) (Nicht in Gilcher).

George Moore: Emma Bovary. Nation, Bd. 20, Nr. 9 (29. November 1902), 142-144.
Übersetzung von George Moores gleichnamiger Erzählung. (Erstveröffentlichung des Originals im Mai 1902 in Lippincott’s Magazine.) (Gilcher D:Ge-3).

George Moore: Julia Cahill’s Fluch. [I]. FZ, Drittes Morgenblatt, Nr. 346, 14. Dezember 1902.
„Autorisierte” Übersetzung der Erzählung „Julia Cahil’s Curse“. (Erstveröffentlichung des Originals 1903 in der Sammlung The Untilled Field. Das Original selbst ist eine überarbeitete Fassung der Erzählung „The Golden Apples“, erschienen im April 1902 im English Illustrated Magazine.) (Nicht in Gilcher).

George Moore: Julia Cahill’s Fluch. [II]. FZ, Drittes Morgenblatt, Nr. 349, 17. Dezember 1902.
Schluß der Übersetzung von „Julia Cahil’s Curse“. (Nicht in Gilcher).

nach oben

1903

George Moore: Ihr Fenster. Nation, Bd. 20, Nr. 29 (18. April 1903), 461-464.
Übersetzung („aus dem Manuskript“) der Erzählung „The Window“. (Erstveröffentlichung des Originals 1902 in gälischer Sprache unter dem Titel „Naoim Aitemail“ in An-T-Úr-Gort; in revidierter Fassung 1903 aufgenommen in die Sammlung The Untilled Field.) (Gilcher D:Ge-4).

Oscar Wilde: Der Weisheitslehrer. Nation, Bd. 20, Nr. 50 (12. September 1903), 798-800.
Übersetzung des Prosagedichts „The Teacher of Wisdom“. (Erstveröffentlichung in der Fortnightly Review, Juli 1894). (Nicht in HH und Kohl).

nach oben

1904

Oscar Wilde: Die Herzogin von Padua. LE, Bd. 7, Nr. 1 (1. Oktober 1904), 35-47.
Übersetzung – versehen mit einer „Vorbemerkung“ – des 1. Akts von Wildes Tragödie. – Im Hinblick auf die Veröffentlichung des Ganztexts siehe die Rubrik ‚Selbständige Veröffentlichungen’ (1904) >>.

nach oben

1905

Oscar Wilde: De Profundis / Aufzeichnungen und Briefe aus dem Zuchthause in Reading. Herausgegeben und eingeleitet von Max Meyerfeld. Die neue Rundschau  (Berlin), Jg. 16, 1. Bd., Nr. 1 (Januar 1905), 86 – 104; Nr. 2 (Februar 1905), 163 – 191.

Erstveröffentlichung (in Auszügen) von Wildes berühmter „Schrift“ aus dem Zuchthaus zu Reading sowie – ebenfalls in Auszügen – von vier Briefen, die Wilde aus dem Gefängnis an Robert Ross geschrieben hatte, i.e. die Briefe vom 06.04.1897 (irrtümlich datiert 06.01.1896), 10.03.1896, November 1896 (irrtümlich datiert 06.04.1896) und 01.04.1897. – Initialen und andere Schmuckornamente des Jahrgangs von Emil Rudolf Weiß (1875-1942).

Vorausgeschickt (in kleinerer Drucktype) ist folgende Notiz: „This is the only work written by Oscar Wilde in Prison. The manuscript was sent by him to Robert Ross, with a letter authorising him to publish it at his discretion. These extracts have been made by Robert Ross and entrusted to Dr. Max Meyerfeld for translation into German. No copy or transcript in English must be taken. The English and American copyright being retained by Robert Ross, the literary executor of Oscar Wilde. The Copyright for Germany is given by Robert Ross to Dr. Max Meyerfeld on the understanding that no transcript in English is to be taken therefrom.” – Eine entsprechende Notiz ist den vier Briefen an Ross vorgeschaltet: „These copies have been taken for the sole use of Dr. Max Meyerfeld. No other English transcript is to be made. The copyright for England and America being retained by Robert Ross.”

Einleitung: „Oscar Wilde hat scherzhaft dieses Werk, das einzige, das er im Gefängnis schrieb, Epistola in carcere et vinculis genannt. Und man kann wirklich nicht genug Nachdruck darauf legen, daß es im Kerker und in Fesseln verfaßt worden ist. [...] Etwa zwanzig Monate seiner zweijährigen Strafe hatte er verbüßt, als er daran ging, den Oscar Wilde von ehedem, den strahlenden ‚König des Lebens‘, noch einmal im Glanze der Gloriole erstehen zu lassen, um ihm den durch Mitleiden geläuterten Menschen, der eine ‚Vita Nuova‘ vor sich aufsteigen sah, an die Seite zu stellen. [...] Und mit diesen selben Händen, denen der Gebrauch der Feder so lange verweigert war, hat er im Zwielicht seiner Zelle die erschütternden Bekenntnisse seiner Autobiographie niedergeschrieben. [...] ● Schon in seinem Essay Die Seele des Menschen und der Sozialismus hat sich Wilde mit Christus vorübergehend beschäftigt. Jetzt lebt er sich so in diese ‚erste individualistische Gestalt der Geschichte‘ hinein [166], daß sie seinem künftigen Leben die Richtung wies. Bekanntlich schließt es mit dem großen Theatercoup, daß sich der grandiose Zyniker – wie so viele seines Stammes vor ihm – dem Katholizismus in die Arme warf. Freilich über diesen letzten Akt der Tragödie, die drei Jahre, die ihm nach der Haftentlassung noch blieben, wissen wir fast so gut wie nichts. Vielleicht hat Oscar Wilde nur eine Mode mitgemacht, die damals in den Kreisen der englischen Aristokratie so manches Opfer forderte. Vielleicht war aber auch für ihn, wie für seinen Freund Aubrey Beardsley, der Katholizismus nur ein Teil seiner Schönheitslehre. Immerhin, der effektvolle Abgang ist das würdige Finale dieses singulären Lebens. ● Trotzdem er seinem eignen Eingeständnis zufolge sein Genie in sein Leben legte, zerschellte er hilflos daran. Das Leben mit seiner Riesenfaust zerbröckelte alle Vorsätze des armen Sterblichen. Das verleiht diesen Blättern einen so schaurigen Reiz. Wäre alles so gekommen, wie es sich der Sträfling in Reading ausdachte, es hätte vielleicht einen wehmütig glücklichen Menschen mehr gegeben, sicher aber einen Oscar Wilde, der aus der Rolle gefallen wäre. Nein, es konnte nicht anders kommen. Die Pose war fast auf dem Punkt angelangt, zur Natur zu werden: da fegte sie der Wirbelwind des Lebens wie herbstliches Laub hinweg. ● Doch man kann zum Glück auf diese Stimulantia verzichten. De Profundis wühlt durch seinen inneren Gehalt die tiefsten Tiefen der Seele auf. Eine hinreißende Dichtung, die begründete Aussicht hat, die meisten Werke Oscar Wildes zu überdauern! Und die äußere Form bleibt ein Wunder. Diese in geschliffener Prosa ziselierten, antithesenreichen, nach Schönheit der Sprache lechzenden Sätze stammen von einem, der wer weiß wie lange keine Feder in der Hand gehabt hat, ja nicht einmal sprechen durfte, dessen ‚Schweigen nur von Gott vernommen‘ ward [164, 168]. Kleinere Widersprüche wird man im einzelnen leicht erkennen (so erzählt er auf derselben Seite, er sei bettelarm, und gleich darauf, er besitze genug, um anderthalb Jahre davon zu leben); sie erklären sich einfach daraus, daß ihn in der Zwischenzeit Nachrichten von der Außenwelt erreicht haben. Es lag darum kein Grund vor, Anmerkungen beizugeben; was dem deutschen Leser unklar geblieben wäre, habe ich durch belanglose Zutaten im Text vereinzelt zu erläutern gesucht. [Es sind nicht mehr als drei solcher Zutaten: Wildes Verweis auf ‚Sandford and Merton‘ hat MM erweitert zu ‚Sandford und Merton, unsre Kinderbuchhelden‘ (88); ähnlich ‚in Marius the Epicurean‘ zu ‚in seinem Roman Marius der Epikuräer‘ (104); und, nach dem gleichen Muster, ‚in The Ancient Mariner‘ zu ‚in Coleridges Altem Matrosen‘ (169).] Über ein Weilchen wird sich ja doch ein Philologe darüber hermachen ... ● Robert Ross, dem literarischen Testamentsvollstrecker Oscar Wildes, gebührt der herzlichste Dank, daß er sich entschlossen hat, dieses Dokument seines Freundes der Öffentlichkeit zu übergeben. In England war ja vorläufig eine Publikation unmöglich, ist sie vielleicht für alle Ewigkeit ausgeschlossen. Mit um so freudigerer Genugtuung dürfen wir es begrüßen, daß er uns diese köstliche Gabe beschert hat. Shakespeare ist ein deutscher Klassiker geworden; Lord Byron hat bei uns eine Heimstätte gefunden; warum sollten wir sie dem verfemten Oscar Wilde nicht gönnen? ● Max Meyerfeld.“

Rezensionen: Otto Soyka: ‚Zum Falle Wilde. (Eine Studie.),’ Die Fackel (Wien), Bd. 6, Nr. 173 (16. Januar 1905), 15 – 20: „Oscar Wilde schrieb das seltsamste seiner Bücher im Zuchthause zu Reading. Ein wertvolles Dokument, in künstlerisch vollendeter Form. Diese Aufzeichnungen und Briefe sind alles eher als Literatur. Da ist Leben und Leiden, und vom Standpunkt der Kultur und des Lebens will es gewertet sein. [...] Die Lehre dieser Schrift ist die Lehre, die Glück und Ende ihres Autors geben, die Lehre, die aus Oscar Wildes Leben spricht. Schärfer tritt sie hier hervor als in allem andern, das er schrieb und lebte. [...] Erkenntnis der Gewalt des Leidens auf Erden, das ist das Geschenk, das ihm sein Kerker bringt. Ein tiefes Christentum, der gewaltige Pessimismus, der die Liebe als Verzeihung erkennt, ergreift ihn. Damit aber auch das ganze zerstörende Bewußtsein eigener Schuld. Demut nennt er das letzte und beste, das er in sich findet. Verzweifelter als der Anblick hoffnungslosen Ringens gegen Schande und Verachtung ist diese Überwindung. Das ist kein Ziel, auf welches die Entwicklung seines Wesens führen durfte; dieser Vorkämpfer des genießenden Lebens war sicher nicht berufen, ein Prediger der Demut zu werden. Er konnte es nur unter Aufopferung seines eigenen Ich; wenn es nicht jeder Satz erkennen ließe, wir wüßten es aus jenen Jahren, die seiner Haft folgten, daß der kampfesfrohe, schaffende Geist Wildes seine Verurteilung nicht überwand. [...] Die Frage will Antwort, warum, wenn der Geist eines andern großen Verurteilten, der Dostojewskis, so übermächtig erscheint in seinen Kerkern, der Oscar Wildes zerbricht. Die Antwort birgt das Leben Wildes vor der Katastrophe. Überblickt man dieses, wie es so jäh ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurde, so bietet sich das Schauspiel eines Doppellebens, das durch eine unüberbrückte Kluft geteilt ist, dessen eine Hälfte, bei nächtlichem Gelage, verleugnet wird von jener andern, die in den Salons der Hauptstadt spielt. Unfähig, die eine oder die andere der beiden Gestalten, in denen sich sein Leben abspielt, zu überwinden, verzehrt er seine Kraft in diesem Kampfe, der endlich mit seiner Niederlage enden muß. [...] Das ist die Tragödie einer menschlichen Entwürdigung, wohl oft gespielt, niemals so grell vom Lichte der Öffentlichkeit getroffen. Das ist die Rolle, zu der die Kultur des neunzehnten Jahrhunderts einen ihrer edelsten Geister zwang. Gewiß, er war ein Meister, ein Künstler, ein wahrer Fürst der Lüge. [...] Aber sozialer Kämpfer war er nicht. [...] Daß er die Einheit seines Wesens nicht fand, sie nicht einmal im Kerker nach sich selber ringend fand, ist seines Lebens einzige Schuld. [...] Doch er war kein Fanatiker moralischer Überzeugungen, kein Streiter, auch nicht in eigener Sache. Daß er die Verteidigung des gekränkten individuellen Rechtes dem sozialen Übergriff gegenüber nicht findet, daß er betäubt, irre an sich selbst, keinen Ausweg sieht als die Unterwerfung – begreifen könnte man es vielleicht nur angesichts der beispiellosen Niedertracht und Gemeinheit, mit der gegen ihn der Kampf geführt wird. [...] Oscar Wilde, der Künstler und Denker, der vorzeitig seinem Schaffen entrissen wurde, ist nur ein Beispiel des sozialen Schadens im Gefolge jenes ungeheuerlichen Irrtums, der individuelle Triebe nur gelten läßt, wenn ihr sozialer Nutzen ziffernmäßig nachweisbar ist, und der diesen Nachweis nur in den Resultaten der Volkszählung zu erkennen vermag. Wenn menschlicher und speziell sozialer Nützlichkeitsmaßstab schon einmal berufen ist, die Natürlichkeit in Tugend und Laster zu scheiden, das Beispiel könnte daran mahnen, wie wenig dieser Maßstab oft dem echten kulturellen Nutzen gerecht wird. [...]“ – Otto Soyka (1881-1955) war ein österreichischer Literat, der von 1905 bis 1909 an Karl Krausʼ Fackel mitwirkte. ● Anon.: ‚Oscar Wilde als Büßer,’ Neues Wiener Tagblatt (Wien), 39. Jg., Nr. 40 (9. Februar 1905), 1 – 2: „Wer nicht wie der Poet, der Richter oder der Beichtvater durch seinen Beruf gezwungen ist, über tragische Probleme nachzusinnen, kommt selten dazu, sich Rechenschaft abzulegen über das geheime, dunkle Spiel in den Tiefen der menschlichen Seele. Erst wenn ein außerordentlicher Fall die Öffentlichkeit aufschreckt und aufrüttelt, wenn eine schauerliche, rätselhafte Tat sich vollzieht, dann fühlt jeder unwillkürlich den Trieb, in die seelischen Momente einzudringen, aus denen das Unfaßbare erwuchs. An einen solchen Fall gemahnt die posthume Schrift De profundis von Oscar Wilde, die die Berliner Neue Rundschau veröffentlicht. Es sind Briefe und Aufzeichnungen des unglücklichen Dichters aus dem Zuchthause in Reading. Es sind Bekenntnisse eines tiefbohrenden Psychologen, der wie ein unerbittlicher peinlicher Richter vor sich selbst steht. Es sind erschütternde Herzensschreie. Ein Sünder und Büßer liegt zerknirscht vor dem Bilde des Erlösers und schlägt sich reuevoll an die Brust. [...] Der schönheitssüchtige Heide, der sich früher als ‚strahlender König des Lebens‘ an dem glitzernden Schein der Dinge berauschte, wurde in der dumpfen Zuchthauszelle gläubiger Christ, Katholik! [...]“

Veröffentlichung in Buchform im Februar 1905. Siehe die Rubrik ‚Selbständige Veröffentlichungen‘.

nach oben

1906

George Moore: Marie Pellegrins Ende. Nation, Bd. 23, Nr. 51 (22. September 1906), 813-816.
„Autorisierte“ Übersetzung der Novelle „The End of Marie Pellegrin“ aus dem Band Memoirs of My Dead Life, veröffentlicht Juni 1906. (Gilcher D:Ge-7). Der Text umfaßt die Einleitung und den Hauptteil der Erzählung und endet mit dem Vermerk: „Schluß folgt.“ (Hinsichtlich des Schlußteils s. die Ausgabe vom 29. September 1906.) – Wieder abgedruckt in Aus toten Tagen und Pariser Geschichten. Siehe die Rubrik ‚Selbständige Veröffentlichungen‘ (1907, 1926).

George Moore: Marie Pellegrins Ende. (Schluß). Nation, Bd. 23, Nr. 52 (29. September 1906), 831-832.
Siehe Anmerkung zur Ausgabe vom 22. September 1906. (Nicht in Gilcher).

George Moore: Ein Gedenkblatt. Nation, Bd. 24, Nr. 7 (17. November 1906), 109-112.
„Autorisierte“ Übersetzung der Erzählung „A Remembrance“ aus dem Band Memoirs of My Dead Life, veröffentlicht Juni 1906 (Gilcher D:Ge-8). Wieder abgedruckt in Aus toten Tagen. Siehe die Rubrik ‚Selbständige Veröffentlichungen‘ (1907).

George Moore: Sonntag Abend in London. Eine Rhapsodie. Nation, Bd. 24, Nr. 13 (29. Dezember 1906), 205-207.
„Autorisierte“ Übersetzung der Erzählskizze „Sunday Evening in London“ aus dem Band Memoirs of My Dead Life, veröffentlicht Juni 1906. (Gilcher D:Ge-9). Wieder abgedruckt in Aus toten Tagen. Siehe die Rubrik ‚Selbständige Veröffentlichungen‘ (1907).

nach oben

1907

George Moore: Eine Kellnerin. Nation, Bd. 24, Nr. 25 (23. März  1907), 398-400.
„Autorisierte“ Übersetzung der Charakterskizze „A Waitress“ aus Memoirs of My Dead Life, veröffentlicht Juni 1906. (Gilcher, 229 [D:Ge-10]). – Wieder abgedruckt in Aus Toten Tagen (1907) und Pariser Geschichten (1926). Siehe die Rubrik ‚Selbständige Veröffentlichungen‘.

*****

Oscar Wilde:  Eine Florentinische Tragödie. NR, Bd. 18, Nr. 9 (September 1907), 1075-1089.
Erstveröffentlichung von Oscar Wildes Dramen-Fragment  A Florentine Tragedy. (Nicht in HH, Kohl, Mikhail). – Vorwort: „In seiner Epistola e carcere et vinculis, gemeinhin als De Profundis bekannt, gedenkt Oscar Wilde wehmütig der ‚musikalischen‘ Werke, die ihn in der letzten Zeit vor seiner Verhaftung beschäftigten. Salome, die Florentinische Tragödie und das biblische Drama La Sainte Courtisane werden da nebeneinander aufgeführt. Tatsächlich war die Florentinische Tragödie, die hier zum erstenmal im Druck erscheint, seine letzte dramatische Arbeit. Er kam nicht mehr dazu, sie zu vollenden. Leider fehlt die erste Szene, die dem Prinzen und der Kaufmannsfrau gehören sollte. [...] Wir haben es also mit einem Fragment zu tun, einem Fragment am Beginn – darin ein Unikum der Weltliteratur –, nicht am Ende. Beispiellos kondensiert, wenn auch unbeabsichtigt, hebt die Tragödie, die sich auf drei Menschen beschränkt, jetzt mit den Worten an: ‚Enter the husband‘ [...]. Im November 1904 fand Robert Ross, zwischen alten Bruchstücken der Herzogin von Padua, eine frühere Niederschrift der Florentinischen Tragödie. Seiner Angabe zufolge fehlen die fünf ersten Seiten und eine Seite in der Mitte. [...]“ ● Die Übertragung genügt im Hinblick auf Wort- und Sinngenauigkeit sowie Wahrung des Blankverses den höchsten Ansprüchen. Umso mehr verwundert es, daß Meyerfeld den Zweizeiler ‚I have heard also / How such strange magic lurks within these shells‘ (First Collected Edition, ed. Robert Ross, [vol. 2], London: Methuen 1908, 101) mit den Worten wiedergibt: ‚So seltner Zauber lauert in der Leier, / daß Fenster weit auf ihr Geheiß sich öffnen.‘ (1083). ● Vgl. die Rubrik ‚Selbständige Veröffentlichungen‘ (1907).

*****

Oscar Wilde: Briefe an die Presse. NR, Bd. 18, Nr. 12 (Dezember 1907), 1500-1513.
Zehn Leserbriefe Oscar Wildes aus den Jahren 1890-1894. Ohne namentliche Nennung des Übersetzers. Wieder abgedruckt – mit Nennung Meyerfelds als Übersetzer – in Oscar Wilde: Ästhetisches und Polemisches (1909). – Vgl. Robert Ross, ed., Miscellanies by Oscar Wilde (First Collected Edition, Bd. 14), London: Methuen 1908, 135-145, 158-162, 164-167, 170, 172-174; Complete Letters of Oscar Wilde, ed. Merlin Holland & Rupert Hart-Davis, London: Fourth Estate 2000, 428-434, 489-490, 501-502, 518-520, 558-559, 611, 613-615. ● Einleitung: „Selten ist ein Mann von der Presse seines Landes heftiger angegriffen, mit mehr Spott übergossen und dem Gelächter des großen Haufens ausgeliefert worden als Oscar Wilde. Wie seinem Landsmann Shaw, der erklärt, er habe einen unglücklichen Tag, wenn er die Morgenzeitungen durchblättere und sich nicht darin erwähnt finde, mag es dem ruhmsüchtigen Iren geschmeichelt haben, seinen Namen so oft in der Presse zu erblicken und mit ihrer Hilfe die heiß ersehnte Popularität zu gewinnen. Aber der Tag mußte kommen, an dem ihn ihr Danaergeschenk anwiderte. Ganz ehrlich klingt schon (im ersten der hier mitgeteilten Briefe) das Geständnis, er brauche die Reklame nicht mehr, er habe sie bis zum Überdruß satt: sie hatte ihn wenn nicht berühmt, so doch berüchtigt gemacht. Wilde war keineswegs blind für die ungeheure Macht des ‚vierten Standes‘, der tatsächlich in unsrer Zeit der einzige Stand sei; aber allmählich sah er nur noch die Schattenseiten dieses Berufes, und der Reporter wurde für ihn ein verächtliches Geschöpf, ‚Journalist‘ in seinem Munde ein Schimpfwort. In seinem bedeutendsten Essay Die Seele des Menschen und der Sozialismus hat er bitterböse Sätze über ihn niedergeschrieben: ‚In früheren Zeiten hatten die Menschen die Folter. Jetzt haben sie die Presse. Das ist gewiß ein Fortschritt. Aber es ist doch sehr schlimm, verkehrt und demoralisierend.... In Jahrhunderten vor dem unsern nagelte das Publikum den Journalisten die Ohren an die Pumpe. Das war recht häßlich. In unserm Jahrhundert haben die Journalisten ihr Ohr ans Schlüsselloch genagelt. Das ist viel schlimmer.... Die englische öffentliche Meinung ... zwingt den Journalisten, Dinge breitzutreten, die häßlich, ekelhaft, tatsächlich empörend sind, so daß wir die ernsthaftesten Journalisten der Welt und die unanständigsten Zeitungen haben.‘ In dieser Tonart hat Wilde, von Caligulas Rezept Oderint dum metuant verführt, seine Geringschätzung des Journalismus bei jeder Gelegenheit geäußert; bis zur Monomanie steigerte sich bei ihm mit der Zeit die Verachtung der Presse. Sie hat an ihrem grimmigen Widersacher grausamste Rache genommen, indem sie mit beispiellosem Hasse die Wut des Volkes gegen den Angeklagten zu entfachen suchte. Was ihr durchaus gelungen ist. Ein bekannter Engländer hat das unwürdige Verhalten der Londoner Tageszeitungen im Prozeß Wilde scharf, aber mit Recht gegeißelt: ‚Die Art, wie gewisse mächtige Organe der öffentlichen Meinung Wilde im voraus aburteilten, war eine schmähliche Beleidigung der besten Traditionen des englischen Journalismus.‘ [Zitat nicht ermittelt.] Oscar Wildes Tragödie ist mitbedingt worden durch seine ablehnende, hochmütige Haltung gegenüber dem Journalismus. Sie spiegelt sich auch in den folgenden an Londoner Tage- und Wochenblätter gerichteten Zuschriften aus der ersten Hälfte der neunziger Jahre.“ ● Vgl. Sektion ‚Selbständige Veröffentlichungen‘ (1909).

nach oben

1909

Oscar Wilde: La Sainte Courtisane oder Das Weib mit den Edelsteinen. Die deutsche Bühne, Bd. 1, Nr. 1 (Januar 1909), 6-9.
Das Dramen-Fragment La Sainte Courtisane or, The Woman Covered With Jewels, hrsg. von Robert Ross im Band Miscellanies der First Collected Edition (London: Methuen 1908), 229-239. (Nicht in HH, Kohl, Mikhail). ●● Vorbemerkung: „George Moore hat einmal gesagt, ein Kunstwerk könne der Welt nicht verloren gehen: wenn man ein gutes Gedicht in der Wüste Sahara niederlege, werde es in die rechten Hände fallen und eines Tages zum Vorschein kommen [Impressions and Opinions (1891), Kap. ‚A Great Poet (Verlaine)‘]. – Auf Oscar Wildes Dramen scheint dieser Satz leider nicht zuzutreffen. Weder die Herzogin von Padua noch die Florentinische Tragödie, die dem Dichter im Jahre 1895 aus seiner Wohnung in Chelsea gestohlen wurden, sind bis heute wieder aufgetaucht. Andre Werke und Entwürfe verschwanden gleichfalls auf rätselhafte Weise. –  Dazu gehört La Sainte Courtisane or the Woman covered with Jewels, eine der letzten dramatischen Arbeiten Oscar Wildes. Zur Zeit seines Prozesses (April 1895) vertraute er das nahezu fertige Drama einer ihm befreundeten Dame, Mrs. Ada Leverson, an, die im Jahre 1897 nach Paris reiste, um es dem Verfasser wiederzugeben. Unmittelbar danach ließ er es in einer Droschke liegen. Alle Versuche seines literarischen Testamentsvollstreckers, Robert Ross in London, das verlorene Werk wiederzuerlangen, schlugen fehl. Er fand jedoch die disiecta membra eines ersten Entwurfs, die, so lückenhaft sie sind, genau erkennen lassen, was dem Dichter vorschwebte. La Sainte Courtisane soll, Robert Ross zufolge, Wildes Lieblingstheorie darlegen, daß der, welcher einen andern zu einer Idee bekehren will, selbst den Glauben daran verliert. – Über den Inhalt des Stückes hat Leonard Cresswell Ingleby nach einem Aufsatz, den ein offenbar von Mrs. Leverson in die Kenntnis des Manuskripts eingeweihter Bibliophile veröffentlicht hat, in seiner Wilde-Biographie nähere Mitteilungen gemacht [Oscar Wilde (London: T. Werner Laurie 1907), 220-224]: – Ein Heiliger hat sich aus Alexandria in die Einöde zurückgezogen und haust dort in einer Höhle, ‚deren Öffnung auf den braungelben Wüstensand starrt wie das Maul eines mächtigen Löwen‘. Der Ruf seiner Frömmigkeit ist weit ins Land gedrungen. Eines Tages kommt eine schöne, mit Edelsteinen bedeckte Courtisane zu seiner Höhle. Sie hat ihre Reise unterbrochen, um den wundersamen Priester zu sehen und zu hören. Er spricht mit ihr von seinem Glauben und will sie dazu bekehren. Sie lauscht ihm, wie Thais dem Paphnutius (nur daß im Roman von Anatole France der Mönch nach Alexandria geht, um die Hetäre dem Christentum zu gewinnen). Die glühende Beredsamkeit des Einsiedlers verfehlt ihren Eindruck nicht, während Myrrhinas erlesene Schönheit zu seinen Sinnen spricht. Sie dringt in ihn, seine Behausung zu verlassen und ihr in die Stadt zu folgen; dort könne er besser die Lehre vom Reiche Gottes verkünden. ‚Die Stadt ist verruchter als die Wüste‘: damit sucht sie ihn zu locken. Während sie noch miteinander reden, nähern sich zwei Männer. ‚Gewiß, sie muß eines Königs Tochter sein‘, sagt der eine. ‚Sie hat herrliches Haar wie eines Königs Tochter und, sieh nur, ist über und über mit Edelsteinen bedeckt.‘ Endlich besteigt sie ihre Sänfte und nimmt Abschied; die beiden Männer folgen ihr. Der Einsiedler bleibt, von ihrer Schönheit geängstigt und gequält, zurück. Er denkt an die schwüle Pracht ihrer Augen, die sanft geschwungenen Wangen, den roten, feuchten Mund. Denkt an die lockende Stimme, die dem vom Winde bewegten, sich kräuselnden Wasser glich; an das Haar, das wie ein goldnes Gewand herabfiel. – Der Abend senkt sich hernieder, und ein Mann kommt zum Eingang der Höhle und meldet, Räuber hätten eine vornehme Dame, die sich am Tage in der Gegend aufgehalten, angegriffen und erschlagen. Er zeigt dem vor Schreck gelähmten Einsiedler eine schwere goldne Haarflechte, die ganz von Blut getränkt ist. Da faßt Honorius den Entschluß, nach Alexandria zurückzukehren und fortan ein Leben der Freude zu führen. ● ... Die inhaltliche Ähnlichkeit mit dem Roman Thaïs von Anatole France ist unverkennbar; ebenso die formelle mit Wildes eigner Salome. Man könnte Myrrhina geradezu eine christliche Salome nennen, so wie Honorius die deutlichen Züge des Jochanaan trägt. – Einstweilen müssen wir uns mit diesem kargen Fragment begnügen, das freilich in jeder Zeile den Geist seines Schöpfers spiegelt. Darum ist die Hoffnung nicht aufzugeben, daß eines Tages das vollständige Werk, das Wildes reifster Schaffensperiode angehört, irgendwo gefunden werden wird. Am Ende behält George Moore doch recht ...“ ●● Wieder abgedruckt in dem Band Oscar Wilde: Ästhetisches und Polemisches (1909) sowie separat 1921. Siehe die Sektion ‚Selbständige Veröffentlichungen‘.

*****

Oscar Wilde: Briefe an die Presse. N & S, Bd. 129, Nr. 387 (Juni 1909), 421-435.
Sieben Leserbriefe aus den Jahren 1890-1894, ein Pendant zu der von Meyerfeld 1907 herausgebrachten Sammlung. [Siehe oben.] (Nicht in Kohl.) – Quelle: Robert Ross, ed., Miscellanies by Oscar Wilde, (First Collected Edition, Bd. 14), London: Methuen 1908, 145-157, 162 f., 168 f., 175. (Vgl. Complete Letters of Oscar Wilde, 435 f., 438 f., 441 f., 446-449, 503, 521 f., 617.) – Einleitung: „Zum Verständnis des maßlos hochmütigen Tones, den Oscar Wilde in den folgenden Zuschriften an die Presse anzuschlagen beliebt, wäre dem deutschen Leser nur zu sagen, wer in England für Tageszeitungen und wer an Tageszeitungen schreibt. / Die Kunstkritik, zumal die Besprechung von Büchern, liegt teilweise in den Händen ungebildeter und unerfahrener Leute, die in andern Berufen gescheitert sind und den Journalismus als letzte Zuflucht betrachten. Dergleichen soll ja auch in andern Ländern bisweilen vorkommen; aber in England war und ist der amusische Reporter noch immer eine stehende Erscheinung. Gegen ihn wendet sich Wilde mit aller Schärfe, mit einem beispiellosen Dünkel, den man jedoch begreifen kann, wenn man bedenkt, daß ein Werk wie der Dorian Gray bei seinem Erscheinen fast allgemeiner Verständnislosigkeit und einem lächerlichen Banausentum anheimfiel. / Etwas glimpflicher behandelt er die Amateur-Mitarbeiter, jene Korrespondenten aus dem Publikum, die in England, dem Lande der ‚kultivierten Faulheit‘, besonders zahlreich vertreten sind und sich bei jeder passenden und mancher unpassenden Gelegenheit zum Worte melden. Beide – der Berufsschreiber und der Schreiber, der die Zeit totschlagen will – begegnen sich in der Prüderie, in dem Unvermögen, ästhetische Fragen von ethischen Erwägungen zu trennen. Gegenüber ihren banal ethischen Herzensergießungen vertritt Wilde einen extrem ästhetischen Standpunkt, der allerdings gelegentlich an die ‚unverschämte Paradoxie‘ grenzt. / Wenn man diese höhnischen Briefe an die Presse liest, wird man verstehen, wie es kommen konnte, daß die englischen Zeitungen im Jahre 1895 eine wenig vornehme, aber vernichtende Rache an dem unerbittlichen Spötter nahmen. / Max Meyerfeld.“ ●● Wieder abgedruckt in dem Band Oscar Wilde. Ästhetisches und Polemisches (1909). Siehe die Sektion ‚Selbständige Veröffentlichungen‘.

*****

Robert Ross: Oscar Wildes letzte Tage (Bericht an einen Freund in London). N & S, Bd. 131, Nr. 394 (Mitte November 1909), 313-328.
Erstveröffentlichung von Ross’ Brief an More Adey vom 14. Dezember 1900 sowie von Reginald Turners Briefen an Ross vom 26.-28. November, die Ross seinem Schreiben an Adey beigefügt hatte. – Einleitung: „Bis jetzt hatten wir nur die Aufzeichnungen zweier Franzosen über die letzten Tage Oscar Wildes; aber sowohl André Gide wie Ernest La Jeunesse waren bemüht, den Ausgang dieses Künstlerlebens ein wenig zu stilisieren, es ihren essayistischen Zwecken unterzuordnen. Zum größeren Ruhme der Kunst oder ihrer Kunst wichen sie wohl bewußt von dem nüchternen Tatbestand ab, weil es ihnen darum zu tun war, nach den Jahren des Londoner Glanzes die Kontrastwirkung des Pariser Elends hervorzubringen; weil sie den früheren ‚König des Lebens‘ wie einen armen Bettler sterben lassen wollten. / Viele ihrer Angaben werden durch den hier zum ersten Male mitgeteilten, auch in England noch unveröffentlichten Bericht von Robert Ross, dem ‚Treuesten der Treuen‘ Oscar Wildes, widerlegt. Er ist bald nach Wildes Tode niedergeschrieben, ohne alle literarischen Prätensionen, lediglich von dem Zwecke erfüllt, einen Londoner Freund (es ist More Adey, der erste englische Ibsen-Übersetzer) zu informieren. Daraus geht deutlich hervor, daß alles, was für den Kranken geschehen konnte, wirklich geschehen ist; daß er nicht so verlassen war, wie man es sich vorzustellen liebt; daß er nicht so arm war, wie es geschildert worden ist; daß er an dem Hotelbesitzer Dupoirier einen herzensguten Menschen, an dem Romanschriftsteller Reginald Turner einen aufopfernden Pfleger hatte; und daß auch sein Begräbnis in durchaus würdigen Formen verlief. Daraus geht weiter hervor, welcher Krankheit Wilde erlegen ist (die Ärzte nennen sie Meningitis gummosa) – eine Krankheit, die er sich als Oxforder Student zugezogen hatte, und die durch das turbulente Leben seiner letzten Pariser Zeit wieder zum Ausbruch kam; übermäßiger Alkoholgenuß half dann auch die Katastrophe beschleunigen. Endlich ist mit der Legende aufgeräumt, daß Wilde freiwillig zum Katholizismus übergetreten sei, obwohl man ein so effektvolles Ende dieses romantischen Daseins nur ungern vermißt. Der Dichter lag, wie wir jetzt erfahren, schon in der Agonie, als der Priester an sein Bett trat. Aber Robert Ross hat gewiß im Sinne seines Freundes gehandelt, als er ihn in den Schoß der allein selig machenden Kirche aufnehmen ließ; denn schon während seiner Universitätsjahre bekundete Wilde seine starke Hinneigung zum katholischen Glauben, die sich bei ihm, wie bei Lord Byron, gegen den Schluß seines Lebens steigerte. [...] Max Meyerfeld.“ ● Am 13.03.1910 (S.8) brachte die New York Times ohne Erwähnung Meyerfelds eine englische Kurzfassung des Artikels unter dem Titel ‘Robert Ross Gives a New Version of the Last Days of Oscar Wilde. An Account that Shows the Poet Was Not Neglected by His Friends and Did Not Die in Abject Poverty’. – Einleitung: ‘Until now we had only the accounts of two Frenchmen in which the last days of Oscar Wilde were depicted, but André Gide as well as Ernest La Jeunesse idealized in their essays the end of the poet. They pictured the former “king of life” as having died in Paris an outcast, a beggar, forsaken by all. / The account published recently by Robert Ross, the most faithful of all of Wilde’s friends, in the Nord und Süd, throws a new light on the last days of the author of “The Ballad of Reading Gaol”, and contradicts some of the stories told about Wilde by the Frenchmen. Mr. Ross’s account was written immediately after Wilde’s death, without any literary pretensions, simply for the purpose of informing another friend of the poet in London, More Adey, the first English translator of Ibsen. / It is evident from this version that all that could have been done for Oscar Wilde during his illness was done for him, that he was not forsaken, that he was not as poor as people have pictured him, that the hotel keeper, Dupoirier, was kind to him, and that Reginald Turner, the novelist, was extremely friendly to him, and, finally, that his funeral was in every way properly conducted. The legend that Oscar Wilde adopted the Catholic faith voluntarily is also destroyed by Mr. Ross’s account. The poet was already in the agony of death when the Catholic priest came to his bedside.’ ●● Vgl. Complete Letters of Oscar Wilde, 1211-1223.

nach oben

1910

George Moore: Jesus und Paulus. Ein Szenarium. Nach zwei Entwürfen bearbeitet von Max Meyerfeld. Pan, Bd. 1, Nr. 4 (16. Dezember 1910), 114-129.
Übersetzung von George Moores Szenarium ‚The Apostle’ [Original veröffentlicht in The English Review (Juni 1910), 564-576]. (Nicht in Gilcher.) Wieder abgedruckt unter dem Titel ‚Der Apostel’ in George Moores gleichnamigem Buch (1911), 45-84. – Vgl. die Rubrik ‚Selbständige Veröffentlichungen’>>.

nach oben

1911

George Moore: Meine Bekanntschaft mit der Bibel. Pan, Bd. 1, Nr. 6 (16. Januar 1911), 194-207.
Übersetzung von George Moores ‚A Prefatory Letter on Reading the Bible for the First Time’ [Original veröffentlicht in The English Review (Febr. 1911), 452-465].  Anfangs- und Schlußteil von Moores ‚Prefatory Letter’ sind ausgespart, womit dem Leser verborgen bleibt, daß es sich bei dem Text um einen an Meyerfeld gerichteten Brief handelt. (Nicht in Gilcher.) Wieder abgedruckt – unter Hinzufügung des Anfangs- und Schlußteils – unter dem Titel ‚Wie ich die Bibel zum ersten Male las’ in George Moores Der Apostel (1911), 5-43. – Vgl. die Rubrik ‚Selbständige Veröffentlichungen’ >>.

nach oben

1912

[Oscar Wilde] Soll man Schriftsteller werden? Ein Brief von Oscar Wilde. Pan, Bd. 2, Nr. 20 (4. April 1912), 593.
Ohne Nennung des Übersetzers. Die Zuschreibung der Übersetzung erscheint mir aber naheliegend wegen Meyerfelds engem Kontakt zu Alfred Kerr, der am 01.04.12 die Herausgabe von Pan übernommen hatte. – Deutsche Erstveröffentlichung. (Wieder abgedruckt im LE, Bd. 14, Nr. 18 [15.06.1912], 1286-7.) – Vgl. CL, 264-5.

nach oben

1914

Oscar Wilde: Der Kardinal von Avignon. Ein Szenarium. Berliner Tageblatt, 3. Juli 1914, Nr. 331.
Oscar Wildes Dramen-Entwurf The Cardinal of Avignon. (Wieder abgedruckt im LE, Bd. 16, Nr. 22 [15. 08.14], 1550-1553. [Nicht in Kohl].) – Vorbemerkung: „Dieser dramatische Entwurf Oscar Wildes stammt aus dem April 1894, also etwa aus derselben Zeit wie die Florentinische Tragödie, mit der er sich äußerlich im Thema, innerlich in der Struktur berührt. Er wird hier zum ersten Male mitgeteilt, noch vor der Veröffentlichung in England, wo ihn Stuart Mason seinem demnächst erscheinenden Buche Bibliography of Oscar Wilde einverleiben wird. ● Alle Rechte (auch die Benutzung der Idee) sind vorbehalten. ● Dr. Max Meyerfeld.“ – Die Bibliography of Oscar Wilde von Stuart Mason (Christopher Millard) erschien am 15.07.14. Das ‚Scenario’ The Cardinal of Avignon findet sich auf den Seiten 583-585. – Zur Vorgeschichte von MMs Übersetzung siehe seinen Brief vom 19.06.14 an Mason (Millard), in dem er sich für die Übersendung des Dramen-Entwurfs bedankt und um Erlaubnis bittet, das Szenarium zu übersetzen und zu veröffentlichen. (University of California, Los Angeles. William Andrews Clark Memorial Library).

nach oben

1925

John Galsworthy: Erinnerungen an Joseph Conrad. LE, Bd. 27, Nr. 4 (Januar 1925), 194-201.
Übersetzung „aus dem englischen Manuskript“ von Galsworthys „Reminiscences of Conrad“, veröffentlicht im gleichen Monat in Scribner’s Magazine und wieder abgedruckt in dem Essay-Band Castles in Spain (1927). (Nicht in Marrot).

*****

Siegfried Sassoon: Englische Lyrik seit 1914. LE, Bd. 27, Nr. 4 (Januar 1925), 201-206.
Übersetzung „aus dem englischen Manuskript“ einer erweiterten und unbekannten Fassung von Sassoons Essay „Some Aspects of War Poetry in England“ (Vanity Fair [New York], Bd. 14, Nr. 2, April 1920, S. 37, 110). (Nicht in Keynes).

*****

Osbert Sitwell: Literarische Koterien in London. LE, Bd. 27, Nr. 4 (Januar 1925), 212-218.
Übersetzung „aus dem englischen Manuskript“ eines im Original nicht bekannten Artikels. (Vgl. Fifoot oC85, wo die Veröffentlichung jedoch um einen Monat zu früh datiert ist.)

nach oben

1928

Osbert Sitwell: Epilog zum Roman Vor dem ersten Bombenabwurf (Before the Bombardment [1926]). Deutsche Rundschau, Bd. 217, Okt. 1928, 55-62.
Mit einer einleitenden Fußnote des Übersetzers: „Aus zwei Gründen mag dieser ‚Epilog‘ den deutschen Leser interessieren. Zunächst erfährt er daraus authentisch, daß die Luftangriffe auf England in ihren Wirkungen doch weit verheerender waren, als es die Presse zugeben wollte (und durfte). Ferner ist dieses aristophanische Schlußkapitel eines idyllischen Romans überaus bezeichnend für die geistige Einstellung des Verfassers, der, aus altadliger Familie stammend, bei Kriegsausbruch Offizier in der englischen Garde war. Er ist heute – zusammen mit seiner Schwester Edith und seinem jüngeren Bruder Sacheverell – Vorkämpfer aller neuen Kunstideen in England und wird von den zurückgebliebenen Zunftgenossen darum aufs heftigste befehdet. In Osbert Sitwells Lyrik, Novellistik, Essays herrscht eine ausgesprochen satirische Note vor. / Newborough steht hier für Scarborough, das Seebad an der englischen Ostküste. Die im Epilog angeführten Personen haben im Roman selbst keine oder nur ganz nebensächliche Bedeutung. Elisa, das Stubenmädchen im Superb-Hotel, ist deutscher Herkunft. / M.M.“

nach oben

 

 

 

zuletzt aktualisiert: 10.08.16